Lebenszeichen 28. SSW

Am Wochenende ist wieder Wochenwechsel von 26+6 zu 27+0… also Woche 28. Ich wollte daher mal ein Lebenszeichen von mir geben. Woche 28 ist für mich ein super wichtiger Meilenstein, weil ab jetzt Surfactant in den Lungen des Babys gebildet wird, ein sehr wichtiger Stoff für die Entfaltung der Lunge. Fehlende Lungenreife ist ein großer Stressfaktor für Frühgeborene, auch wenn man heute viele mit synthetisch hergestelltem Surfactant retten kann. Trotzdem ist das so ein Wendepunkt in der Schwangerschaft, ab dem die Überlebensrate für mich in einen greifbaren bzw. „glaublichen“ Bereicht rutscht. Und das beruhigt mich ungemein.Weiterlesen »

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Erkältung in der Schwangerschaft – Was hilft wirklich?

Oder: Was hat mir wirklich geholfen?

Nach Lektüre von Frau Einstrichs Beitrag fühle ich mich irgendwie motiviert, was zu diesem Thema zu schreiben. Als ich in der Schwangerschaft zum erstenmal ziemlich erkältet war, fielen mir die unzähligen vmtl. von unterbezahlten Texterbörsen-Schreiberlingen verfassten PR-Texte auf irgendwelchen angeblichen Ratgeberseiten auf. Ich glaube, diese Dinger haben nur einen Zweck: Unauffällig Werbung einbauen. 100% Pharmakacke, 0% hilfreich. Allgemeinplätze, die mach schon 1000x gehört hat. Selbst die Apothekenumschau hat ne höhere Inhaltsdichte… Aber…! Dafür bekommt ihr hier jetzt meine eigenen Erfahrungen (auch mit Links, aber ich hab sie wenigstens alle probiert!). Ob sie für euch im individuellen Fall jetzt nützlich sind, weiß ich natürlich nicht. Aber sie sind auf jeden Fall ausgiebig alltagserprobt.Weiterlesen »

Körperliche Belastbarkeit: Vergleich von erstem und zweitem Trimenon

Eigentlich könnte man es als 1. Trimenon = »komplett scheiße«, und 2. Trimenon = »endlich wieder Normalität« zusammenfassen…

Im ertsen Tr. ging es mir ja wirlich eher schlecht. Ich kann leider nicht genau sagen, wie viel davon subjektiv war. Im Nachhinein denke ich aber, doch gar nicht mal so viel. Das schreibe ich auch, falls hier Frühschwangere mitlesen. Es ist womöglich normal, dass es euch scheiße geht. Und es hört vmtl. wirklich auf nach der 13. Woche. War bei mir jedenfalls so.

Muskelschwäche, Schlaffheit, verminderte Körperspannung

Ein Fehler, den ich auch nicht empfehlen kann, ist sich zu viel zu schonen. Sich verausgaben sollte man auch nicht. Meine Unterleibsschmerzen wurden davon nur mehr. Aber man sollte ruhig einen gewissen Tonus bewahren. Ich hatte die komische Erfahrunge gemacht, dass ich den Bauch nicht einziehen konnte. Das war so in der 8./9. Woche. Es war nichts zu sehen. Aber es fühlte sich so weich an. So schlaff. Einfach kraftlos und als ob es nicht gut wäre, ihn anzuspannen.

Mit der Zeit habe ich meinen Tonus, ja, auch absichtliches Anspannen der Bauchmuskeln, wieder gefunden und das ist ein besseres Gefühl als diese übervorsichtige Selbstschonung. Weiterlesen »

Sono-Frust, meine Meinung zu Optimismus und kein Bock auf Hausarbeit

Am Dienstag ist dieses Scheiß Organsono. Ich hab mir so ne Tante auf YouTube reingezogen, die den ganzen Tag über Haare redet und jetzt ein Kind bekommt. So eine fröhliche Familienmutter mit 2 Kindern. Ich glaub, die macht nichts anderes. Nur Videos und Kinder im Auto rum fahren und Essen. Krasser Scheiß. Ich könnte das nicht. Ich krieg schon nen Anfall, wenn mein Freund die Socken nicht selbst in den Wäscheeimer tut. Mittlerweile kann er es. Gibt keine Gnade. Ich hab einfach alle Socken, die rum lagen, direkt in die Restmülltonne befördert. Irgenwann meinte er, es wären weniger geworden. Tja… was soll ich sagen, ich habe keine Ambitionen, je eine gute Hausfrau zu werden. Ich kann mir vorstellen, eine anzustellen. Aber ich sehe die Bereitstellung von Arbeit als edlere Verpflichtung als sie selbst zu machen. Ich hab ja schon ne Arbeit.

Egal, die YouTube-Frisörin ist in der gleichen Woche wie ich und deshalb gucke ich diese Videos dann irgendwie doch ab und zu. Taugt auch gut zum Einschlafen. Je gehaltloser, desto besser. Und dann schwärmt die so davon, dass sie jetzt zu diesem Sono darf… wo man alles so schön sieht…

Boah nee,.. echt… es gibt Menschen, die sich darauf freuen. Diese Unbeschwertheit. Abartig.

Ja, pff, sorry, nein. Ich hab ja viele Leute in der Bekanntschaft, Verwandtschaft, überall, die eher sorglos sind. V.a. weil es gleich geklappt hat. War das Thema Kinderkriegen halt nicht pre-production schon versaut. Aber für mich ist das halt nicht so. Überhaupt denk ich oft, die meisten Leute haben ja echt null Awareness für irgendwas… Kinderkriegen, Umweltprobleme, Politik… was weiß ich. Es kratzt keinen irgendwas, außer er kommt in eine Situation, wo es muss. Eigentlich scheiße. Ich versuche immer, nicht so zu sein. Weil ich das wirklich scheiße und ignorant finde. Und deshalb erwarte ich von Erwachsenen halt auch ne gewisse Vorbildung. Und naja… weniger Unbeschwertheit.

Depressive rennen häufiger zum Arzt und bei ihnen wird Krebs im Schnitt eher diagnostiziert als bei „Gesunden“. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Skeptiker zu sein ganz sicher auch. Meiner Meinung nach hat es v.a. Vorteile. Naivität bedeutet auch nur, dass man genau so lange glücklich ist, so lange alles okay ist. Das können nicht-Naive auch. Aber wenn man weiß, warum man es ist, fühlt es sich besser an. Naja… und Leute, die ständig von allen wissenschaftlichen Erkenntnissen der 50er noch überrascht sind, kotzen mich halt allgemein auch chronisch an. Man hätte auch einfach in der Schule aufpassen können.

Na jedenfalls kann ich das nicht. Naiv nicken und mich freuen und haha, alles so schön. Ich kann es nicht, ich will es nicht, und ich würde meine Ängste und Sorgen auch nicht gegen diesen Scheiß eintauschen wollen. Gibt ja Leute, die das behaupten. Dass unbeschwerter alles schöner wäre. Aber ich seh es heute nicht mehr so. Ich hab das tragen gelernt. Ist nicht super. Aber ist für mich einfach mehr Bewusstsein. Mehr awareness.

Und so ist dieses Sono natürlich scheiße für mich, aber auch realer. Mir ist klar, was alles kaputt sein kann. Und ich beruhige mich mit Statistik. Bisher war alles super. Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Und vieles kann man eh nicht sehen. Das Risiko kannte ich, als ich zur ICSI ging, schon. Es war mir nicht so präsent, aber es war klar. Mit diesem Risiko müssen alle Menschen leben und das muss ich einfach aushalten.

Viel wichtiger ist für mich die Frage, wie ich mit Amir und mir umgehe, mit der Beziehung, mit unserem Leben. Dass das immer intakt bleibt, egal was passiert. Es gibt einfach so Dinge, die sind nur für uns. Da werden keine Eltern dazu vollgelabert oder Freunde oder Geschwister. Das ist nur unseres. Ist für mich ein gutes Zeichen, dass es immer noch funktioniert. Ich war noch nie so lange mit einem Mann zusammen. Ich dachte auch immer, ich heirate erst und mache dann ein Kind, obwohl ich das dumm und spießig finde. Allerdings haben wir uns jetzt auch mal die Steuererklärung machen lassen und Junge… so dumm und scheiße ist das gar nicht.

Ach ja… ein Ding, was auch noch scheiße ist an dem Sono.. ich werde es danach wohl auch den Kollegen sagen. Auch, weil ich fast keine Pullis mehr habe, unter denen man den Bauch nicht sieht und ich sehe darin aus wie ein Nachtfalter… ist jetzt auch kein Zustand. Aber ich wollte noch bis nach dem Sono warten, wenn hoffentlich alles ok ist. Dann ist meine letzte Sorge, dass ich nicht zu ner teuren Dienstreise geschickt werde und alle denken, ich wäre dann erst mal länger weg. Die wissen noch nicht, wer von uns beiden Elternzeit beantragt… die armen naiven Knuffis… hahaha… die werden vielleicht dumm gucken ;D

Gewichtszunahme und -abnahme während der Schwangerschaft

Ich habe ja in der Übelkeitsphase 10.-13. Woche ziemlich zugenommen – so 2kg in wenigen Wochen, ohne dass sich am Bauch irgendwas hätte tun müssen. Der Grund dafür war, dass mir vom Essen weniger übel war als bei Nüchternheit… Allerdings habe ich dadurch vmtl. einiges an unnöigem „Mom Pouch“-Speck angesammelt.

Bekanntlich ist der Hauptfaktor neben dem Gewicht des Kindes ja Fett. Nicht „Wasser“, nicht Musklen, nicht Blutgefäße – Fett. Die Plazenta wiegt übrigens nichts, und die arme Gebärmutter kann man auch nicht wirklich beschuldigen.

Wie auch immer. – Die Fettzunahme hat bestimmt viele sinnvolle Gründe, z.B. dass Stillen anstrengend ist und einen das Fett nach der Geburt vor Erschöpfung schützt. Fett hat z.T. auch organschützende Funktionen. Bauchfett bei Männern gehört allerdings nicht dazu – und auch bei Frauen ist dieses nicht gesund. Nie. Außer vielleicht sie haben zusätzlich einiges an Arschfett, denn dieses „liebe Fett“ gleicht z.T. die negativen Apfelformdefizite auf molekularer Ebene wieder aus… aber das ist eine Theorie von vielen.

Ich bin nicht so der Freund von Fett, und zwar weil der Mensch von seiner Natur her (10km pro Tag herum laufender Steinzeit-Jäger – das schaffen heute nur noch New Yorker!) eher nicht dazu neigt, unnötige Dinge an seinem Körper zu haben. Und dazu gehören auch Wohlstandsspeckröllchen.Weiterlesen »

Mutter-Kind-Beziehung pränatal? Das Attachment zum ungeborenen Kind

Heute möchte ich mal über ein Psychothema schreiben. Attachment forming. Es fällt mir nämlich allgemein durch ICSI und alles sehr schwer, ein Attachment zuzulassen. Es holt mir zwar immer wieder ein, aber ich versuche, keine zu starke Beziehung aufzubauen vor der 28. Woche…

Was heißt das?

Lange Zeit, v.a. in den ersten Wochen war die Schwangerschaft für mich nur ein Status. Ich habe nichts gefühlt und es war nicht real für mich. Ich konnte mir das lebende Kind nicht vorstellen. Vor der Schwangerschaft konnte ich das! – Der Zustand an sich erschien mir komplett absurd, total fragil und vollkommen unberechnbar. Das mag leicht depressiv klingen, aber wie man auch weiß, schätzen pessimistische und latent depressive Menschen die Realität rein statistisch gesehen auch besser ein als Optimisten und Leute, die zu Euphorie und positivem Denken neigen. Sicher fallen diese auch weniger tief, wenn sie auch mit Leid so umgehen. Aber ich kann das nicht und ich werde es in den verbleibenden 4 Monaten auch nicht mehr lernen. (Man muss auch nicht jede Persönlichkeitseingenschaft wegtherapieren, nur weil es theoretisch eine „bessere“ gibt. Auch Belastungen und persönlicher Schmerz haben eine Funktion im Gehirn. Und ich bin ganz gern ich selbst, auch wenn ich nicht perfekt oder genau in der Mitte des Normalen bin.)

Dazu kam, dass es mir selbst körperlich sehr schlecht ging. Ich hatte immer das Gefühl, dass es jeden Moment vorbei sein könnte, weil ich mich so mies und nicht belastbar fühlte. Ich bin mit mir selbst im 1. Trimenon umgegangn wie mit einem rohen Ei. Ständig zweifelte ich daran, ob das richtig oder schädlich sei, aber letztlich habe ich mich von einer Art selbstfürsorglichen Intuition leiten lassen und die Belastung immer unter der Grenze gehalten. Jetzt ist es besser. Anfang des 2. Trimenons hatte ich einen richtigen Energieschub. Ich konnte z.B. wieder besser laufen, schneller und kräftiger. Einfach, weil ich keine Schmerzen mehr hatte. Das gibt natürlich ein Stück selbstvertrauen zurück.

Und dann hat das Kind angefangen, sich zu bewegen. Spätestens da wurde es mir viel zu real. Versteht mich nicht falsch, ich will mein Kind, ich möchte sogar zwei irgendwann. Aber wenn ich nicht schwanger sein müsste dafür, wäre das für mich auch vollkommen okay. Vielleicht sogar mehr okay. Es ist, als ob man sein Herz permanent im Bauch herumträgt. Zudem ist es für mich als chronischen Workaholic auch nicht ganz so einfach, auf mich zu achten. Ich meine jetzt nicht, dass ich mich krass belaste oder selbst ruiniere. Aber vor der Schwangerschaft habe ich definitiv mehr Club Mate getrunken, länger gearbeitet und wenn ich Schmerzen hatte, einfach was genommen. Es war egal. Und das war auch okay so. Mein Leben ist so. Ich arbeite gern. Und wenn ich eine Nacht lang an einer Messreihe arbeite, dann gibt mir das auch was. Vielleicht verstehen das nur wenige Menschen, aber es ist ein genauso erhebendes Gefühl, eine erfolgreiche Reihe gemacht zu haben oder ein Programm fertig geschrieben zu haben, wie seinem Neffen das Alphabet zu erklären. Ich bin nicht nur eins. Ich bin vieles. – Und ich höre nicht permanent in mich hinein. Ich nehme mehr von außen als von innen wahr. Deshalb merke ich oft gar nicht, dass es mir schlecht geht bzw. ob. Weiterlesen »